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von Leon Krüger
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Habakuk Schmauch

Wussten Sie, wer der Räuber Habakuk Schmauch war?



Er verbreitete Angst und Schrecken, er war allerorts bekannt, er teilte das Volk in die, die ihn fürchteten und die, die ihn verehrten...

Vor etwa 600 Jahren hauste der Räuberhauptmann hier in den vollen Buchenwäldern, etwa auf der Mitte des Weges zwischen der Malge am Plauer See und dem Hohenzollernstein an der alten Magdeburger Heerstraße.

Dort, so erzählt es die Sage, befand sich am Abhange des wundervollen Waldes gegenüber der Silberquelle der Diebesgrund des Räubers und seiner Kumpanen. Ganz versteckt und herrlich lag die Waldwiese da, so dass niemand auch nur ahnen konnte, wo die Räuberbande ihre Eroberungen versteckt hielt.

Immer wieder überfiel Habakuk Schmauch die Kaufmannszüge, die über die Heerstraße von Magdeburg nach Ziesar kamen und raubte sie aus. Mit dem Wirt des in der Nachbarschaft liegenden „Radkruges" steckte der Räuber unter eine Decke und auch jeder seiner Bande musste bei Todesstrafe einen Eid schwören, ihren Hauptmann und die Höhle nie zu verraten.

Eines Tages passierte etwas Besonderes: Habakuk hatte Kätchen, die Tochter des Brandenburger Ratsherrn gefangen genommen und zu seiner Frau gemacht. Auch sie musste den bekannten Eid schwören. Da man ihr wohl nicht recht vertraute, blieb stets ein Mann zurück und bewachte sie und die Höhle im Diebesgrund.

Doch dann kam eines Herbstmorgens ein so großer und stark bewaffneter Kaufmannszug vorbei, dass Habakuk alle seine Mannen brauchte, um den Wagen zu überfallen und auszurauben. Das Mädchen also nutzte diesen Moment zur Flucht und rannte flinken Fußes nach Brandenburg an der Havel zurück.

Dort stellte sie sich vor den Roland und klagte ihm ihre Not. Da sie bei ihrem Eid keinem Menschen von ihrem Versteck erzählen durfte, wollte sie ihm, dem Roland, den Weg dorthin zeigen. Dazu nahm sie Mehl aus der Tasche und verstreute es überall auf ihrem Weg zu der Räuberhöhle. Bürger, die das sonderbare Gespräch am Markt gehört hatten, gaben sofort dem Rat der Stadt Bescheid.

Die daraufhin bereit gestellten Stadtknechte verfolgten den Mehlweg und legten sich in der Nähe der Höhle in den Hinterhalt. Bei Habakuks Rückkehr nun konnten sie ihn überwältigen und im Triumph nach Brandenburg an der Havel schleppen, wo der Räuberhauptmann und seine Leute bald darauf dem Scharfrichter vorgeführt wurden...

So endet die Sage vom Räuberhauptmann Habakuk Schmauch, der hier lange Zeit sein Unwesen getrieben haben soll. Dass es den berühmten Habakuk Schmauch wirklich gegeben hat, ist historisch nicht eindeutig belegt, obwohl im Mittelalter Kaufmannszüge mit wertvollem Transportgut  nicht gerade selten tatsächlich überfallen wurden.

Doch interessant ist, dass die Geschichte vom Räuber Habakuk Schmauch eine Wander-Sage ist und er zahlreiche „Räuber-Brüder" in ganz Deutschland hat. In der Heimatliteratur von Brandenburg an der Havel taucht der Räuber wohl erst 1922 auf, im thüringischen Sangerhausen aber lebte schon in der Sagenwelt von 1880 ein nicht minder finsterer Geselle.

Auch in Halberstadt wird schon 1848 ein Räuber in einer Sagensammlung erwähnt und Parchim in Mecklenburg hat seinen Räuber laut örtlicher Chronik sogar seit 1670.

Neben unserem Brandenburger Räuber findet man noch 12 weitere in der deutschen Literatur, die alle ein Mädchen rauben und ihm den Eid abnehmen. Immer kann das Mädchen entkommen und sich einem toten Gegenstand wie z.B. einem Ofen in Pritzwalk, einem Pfeiler am Potsdamer Stadtschloss, einem Prellstein am Alfelder Rathaus (Niedersachsen) oder eben einer Roland-Statue wie in Brandenburg an der Havel und Halberstadt anvertrauen.

Auffällig ist, dass die Diebesorte dieser Räuber häufig in der nördlichen Hälfte Deutschlands vorkommen, besonders in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Ausnahmen bewohnten die Wälder von Liegnitz (Schlesien) und St. Ingbert (Saarland).

Eine Erklärung für die Frage, wie Habakuk Schmauch denn nun auch in unsere Gegenden kam, ist diese: Der Halberstädter Räuber Daneil war in Wirklichkeit der finstere Raubmörder Simon Bingelheim - und dieser wiederum kam vor seiner Hinrichtung weit herum. Der mit Spitznamen „Tausendteufel" Genannte hielt sich laut Überlieferungen auch in Belzig, Jüterbog und Prenzlau auf, so dass die Stadt Brandenburg an der Havel in deren Nähe durchaus als Wirkungsort in Frage kommen konnte...

Quellen:
Brandenburg an der Havel - Lexikon zur Stadtgeschichte, Geiseler, Heß, Berlin 2008
www.maerkischeallgemeine.de
www.event-theater.de

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