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Theater

Land Brandenburg

Theater galten über Jahrhunderte als eine kulturelle Bereicherung, die sich nur der Adel leisten konnte. Dem einfachen Volk blieb oft nur das „Bauerntheater“ mit derber Unterhaltung. Das aufstrebende Bürgertum in den Städten war ab dem 19. Jahrhundert an gehobener Unterhaltung interessiert. So entstand  schon 1795 in Potsdam das erste feste Theater in der Mark. In Frankfurt/Oder besteht eine solche Einrichtung seit 1842 und in Cottbus seit 1908. Die Theaterlandschaft entwickelte sich in der Mark bis zum 20. Jahrhundert weiter, die Programme wurden vielseitiger und anspruchsvoller. Die Entwicklung wurde nur durch den 2. Weltkrieg und die Zeit danach unterbrochen. Seit den fünfziger Jahren entwickelten sich die Häuser zu Mehrspartentheatern mit Schauspiel und Musiktheater. Aus finanziellen Gründen wurde im Jahre 2000 durch einen Staatsvertrag ein Theater- und Konzertverbund geschaffen, wonach sich die einzelnen Theater der Städte auf bestimmte Sparten spezialisieren mussten. Derzeit bestehen Häuser in Potsdam, Cottbus, Frankfurt/Oder, Brandenburg an der Havel, Senftenberg und Schwedt. Daneben existieren 26 professionelle freie Theater.

Stadt Brandenburg an der Havel

In der Stadt Brandenburg hat das Theater eine lange Tradition. Ein Theater bestand seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Die Theatergruppe spielte zeitweilig im Neustädtischen Rathaus. 1817 wurde in der Hauptstraße ein eigenes Theatergebäude errichtet, das bis 1862 existierte. Wirtschaftlich konnte die Kultureinrichtung nicht bestehen, so dass das Theater geschlossen wurde. Zwischen 1861 und 1912 bestand in der Gaststätte Ahlerts Berg am Marienberg ein Sommertheater. Dieses war in der Zeit seines Bestehens eines der größten in Deutschland. Die Industrialisierung hatte in der Stadt ein stabiles Bürgertum mit steigenden kulturellen Interessen hervorgebracht.

So wurde 1909 wieder ein eigenes Theater errichtet, das bis 1945 in der Blumenstraße Bestand hatte. In den letzten Kriegstagen wurde das Gebäude völlig zerstört. Schon 1946 wurde die Stadthalle in der Grabenstraße zum neuen Theater der Stadt. Hier wurden bis 1992 Schauspiel, Musiktheater, Tanz und Puppentheater gezeigt. Da das Haus den modernen Anforderungen nicht mehr gewachsen war, wurde das alte Haus abgetragen und durch einen Neubau ersetzt. Die Studiobühne konnte 1999 neu eröffnet werden. Am hiesigen Theater haben nach Abschluss des Staatsvertrages die Brandenburger Symphoniker und das qualitätsvoll arbeitende Jugendtheater ihre Heimstadt. Schauspiel und Musiktheater werden dagegen von anderen Theatern eingekauft. Im Jahre 2015 fanden am Theater 400 Veranstaltungen mit insgesamt 60.000 Besuchern statt.

Als unabhängiges Theater besteht seit 2000 das event-theater. Dieses realisiert mit verschiedenen Partnern und einem freien Ensemble an unterschiedlichsten Spielorten in der Stadt Schauspiel und Musiktheater. Die Stadt Brandenburg hat auch mehrere Schauspieler von nationalem oder internationalem Rang hervorgebracht. Der bedeutendste unter ihnen ist wohl Vicco von Bülow (19232011), der unter seinem Pseudonym „Loriot“ bekannt geworden ist. An ihn erinnert sein Geburtshaus, die Infanteriekaserne, die Taufkapelle in der St. Gotthardtkirche, der Dom, wo bereits 1985 eine erste Ausstellung stattfand. Die Waldmöpse, bald 30, finden sich im Stadtgebiet, weisen auf eine unverwechselbare Comic-Zeichnung des Komikers, Schauspielers und Zeichners hin. In Brandenburg geboren sind auch die Schauspieler Joachim Kemmer (1939-2000) und Ina Rudolph (* 1969). Der bekannte Schauspieler Horst Krause führte ein Brandenburger Klubhaus, Agnes Kraus war am Brandenburger Theater tätig. Manfred Krug (* 1937) absolvierte seine Berufsausbildung im Stahlwerk.


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