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Rathäuser

Land Brandenburg

Seit dem Mittelalter sind Rathäuser in den Städten Sitz von Verwaltungen und Gerichten, aber auch Kulturstätten und Kaufhäuser. Mit zunehmender Bevölkerungszahl und steigender Wirtschaftskraft errichteten die Städte ausgangs des Mittelalters repräsentative Bauwerke.

Im Land Brandenburg lösten ab dem 13./15. Jahrhundert neue Rathäuser im gotischen Stil aus Backstein gearbeitet die vorher genutzten Fachwerkgebäude ab. Die wirtschaftlich bedeutenderen Städte, wie Brandenburg oder Frankfurt/Oder konnten dieses bereits sehr frühzeitig realisieren. Andere Städte, wie Potsdam, Rathenow oder Nauen bauten erst ab dem 15./16. Jahrhundert in moderner Bauweise. Noch heute finden sich in vielen brandenburgischen Städten auf den Marktplätzen Rathäuser, teils noch als Verwaltungssitz, teil in kultureller Nutzung.

Stadt Brandenburg an der Havel

Einst besaßen beide Städte Brandenburg - Altstadt und Neustadt – ein eigenes Rathaus. Während das früher und großzügiger errichtete Rathaus der Neustadt in den letzten Kriegstagen 1945 Opfer der Kampfhandlungen wurde und später vollständig abgetragen wurde, ist das Altstädtisches Rathaus noch heute ein eindrucksvoller Zeuge gotischer Baukunst. Bereits im ausgehenden Mittelalter stand auf dem Marktplatz ein langgestrecktes Fachwerkhaus, das als Ratssitz und Kaufhalle diente. Um 1450 erhielt der Bau einen kleinen Verwaltungsabbau, der Rats- und Schreibstube aufnahm. Da das Fachwerkgebäude seinen Zweck nicht mehr erfüllte, wurde es um 1470 abgetragen und durch ein langgestrecktes Hauptgebäude mit Turm in gotischer Backsteinarchitektur ersetzt. Der neue Bau war nun Verwaltungssitz, Kaufhalle und Festort zugleich. Der reiche Formenschmuck und das üppige Maßwerk belegen die wirtschaftliche Kraft der Altstadt Brandenburg um 1500.

1826 erhielt der Turm ein Uhrgeschoss und eine Turmspitze. Zwei an der Nordseite liegende Bogenfelder von Fenstern erhielten Wappenausmalungen, die von Kaiser Wilhelm II. 1912 anlässlich der 500jährigen Hohenzollernherrschaft gestiftet worden sind. Über den Türen befinden sich Kopfbilder bedeutender Brandenburger Persönlichkeiten des 15. und 16. Jahrhunderts.

Das Rathaus wurde nach der 1715 von König Friedrich Wilhelm angeordneten Zwangsvereinigung beider Städte nicht mehr benötigt, da die Verwaltung im Rathaus der Neustadt ihren Sitz fand. So war das Rathaus zwischen 1715 und 1753 kaum genutzt und erfüllte nur als Lagerhalle einen Zweck. Von 1753 bis 1804 war im Gebäude eine Textilfabrik untergebracht. Nach deren Niedergang fiel das Ratsgebäude 1807 wieder an die Stadt. Zwischen 1818 und 1863 war das Rathaus der Altstadt Sitz des königlichen Land- und Stadtgerichts, kam dann an den Militärfiskus, der hier Geschäftszimmer, Quartiere, Montierungskammer, Bezirkskommando und das Hauptmeldeamt einrichtete. Von 1904 bis 1911 stand das Gebäude leer. Sogar ein Abriss wurde erwogen.

Die anstehenden Feierlichkeiten zum Jahrestag der Hohenzollern-Herrschaft in der Mark Brandenburg wurden genutzt, um das Gebäude von 1910 bis 1912 umfassend zu restaurieren. Später wurde das Rathaus zu gastronomischen und kulturellen Zwecken genutzt. Heute ist das Rathaus wieder Sitz der Verwaltung und städtischer Festsaal. Der Oberbürgermeister der Stadt Brandenburg an der Havel hat hier seine Diensträume.


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