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Preußen

Land Brandenburg

Die Kurfürsten von Brandenburg konnten nach dem Dreißigjährigen Krieg das Herzogtum Preußen, das unter polnischer Hoheit stand, zu Lehen erhalten. Fortan nannten sie ihr neues Herrschaftsgebiet Brandenburg-Preußen. Kurfürst Friedrich III., dem viel an einer Rangerhöhung lag, konnte 1701 den Titel eines Königs erhalten. Allerdings galt dieser nur für Preußen, das zu diesem Zeitpunkt nicht Teil des deutschen Reiches war. Somit war der frischgebackene König Friedrich I. nur König in Preußen. Erst seine Nachfahren erweiterten den Geltungsbereich des Titels auf das Gesamtland und nannten sich nun Könige von Preußen. Wenn man an Preußen denkt, fällt wohl jedem sofort Potsdam mit seinen Schlössern und Parks ein. Man denkt vor allem an die Könige Friedrich Wilhelm I., den „Soldatenkönig“, und an seinen Sohn Friedrich II., die das Land bedeutend gemacht haben. Inbegriffe für Preußen waren aber auch der Hang zum Militärischen und zu Traditionen, eine straffe Verwaltung, strenge Lebensführung, Sparsamkeit und die Unterordnung unter königliche bzw. staatliche Anordnungen.

Stadt Brandenburg an der Havel

Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. haben zwar Potsdam im 18. Jahrhundert bedeutsam gemacht, haben aber die Stadt Brandenburg nie aus den Augen verloren. Friedrich Wilhelm I. unterhielt hier ein Stadthaus mit Garten und Teehaus direkt an der Havel gelegen. Das Teehäuschen hatte der König selbst ausgemalt. Friedrich Wilhelm I. weilte oft in unserer Stadt und griff dabei stark in die Stadtbelange ein. Der König ordnete im Mai 1715 die Vereinigung der bis dahin selbständigen Alt- und Neustadt an. Dieses setzte Beamte frei, sparte Kosten und ein Rathaus. So wurde das Altstädtische Rathaus mit einer Fabrik belegt. Der König gab den Befehl, Straßen und Plätze zu pflastern, ließ 1716 den Roland von seinem angestammten Platz vom Markt vor das Rathaus versetzen, um Platz für die exerzierenden Grenadiere zu gewinnen. Friedrich Wilhelm ließ 1722 die Marienkirche abreißen, weil er in ihren Gewölben Schätze vermutete. Die Stadt opponierte zwar dagegen, fügte sich dann aber der Entscheidung. Die Steine brachte der König nach Potsdam und ließ das Militärwaisenhaus errichten. Das in Brandenburg stationierte weltweit einzigartige Regiment der „Roten Riesen“ und das Haus des Kommandanten von Massow besuchte der König häufig. Bei einem solchen Besuch machte er seinen Sohn Friedrich II. im Plauer Schloss zum Ritter.

Friedrich II., begleitete als Kronprinz seinen Vater häufig nach Brandenburg. Hier erkrankte er schwer und konnte nur durch die ärztliche Kunst des Stadtchirurgus gerettet werden. In den Jahren als König weilte Friedrich II. häufiger in der Stadt, um hier Truppen zu besichtigen. Er machte 1763 seinen Freund, den General Heinrich August de la Motte-Fouque, zum Domherren und besuchte ihn mehrmals. Der Militärstratege Friedrich II. schrieb 1748, dass Brandenburg die wichtigste Stadt der Mark sei, um diese gegen Feinde zu verteidigen. Lieber würde er Potsdam und Berlin einem Feinde preisgeben als Brandenburg. Friedrich II. ließ 1774 die Klosterkaserne, die zweite in Preußen überhaupt, erbauen, um die Last der Einquartierungen von Soldaten von den Bürgern zu nehmen. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV., der sehr kunstsinnig war, entsandte seinen Baumeister Schinkel in die Stadt, um den Dom vor dem Einsturz zu bewahren. Gleichzeitig erwog der König den Wiederaufbau der Marienkirche. Brandenburg entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einer preußischen Stadt, die vom Militär dominiert wurde, Verwaltungen beherbergte und den preußischen Geist verströmte.


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