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Fahrrad und Radfahren

Fahrrad und Radfahren

Land Brandenburg

Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts nahm die Industrialisierung der Mark Brandenburg gewaltige Dimensionen an. Die Industriearbeiter mussten mobiler werden, gleichzeitig führte ein Rückgang der Arbeitszeiten bis zum 1. Weltkrieg zu freier Zeit, die die Familien außerhalb der engen Städte verbringen wollten. Dazu war ein geeignetes Transportmittel nötig. Diesen Bedarf deckte das Fahrrad. Bereits vor 1900 entstanden in mehreren brandenburgischen Städten Produktionsstätten für Fahrräder. Diese waren oft eher in der Größe von Werkstätten zu finden. Als Produktionsstandort für Fahrräder in großem Stil konnte sich nur die Stadt Brandenburg an der Havel durchsetzen und bis 1945 behaupten.

Seit Jahren erfreut sich der Radtourismus im Land Brandenburg zunehmender Beliebtheit. Die Besucher schätzen das Land wegen seiner schönen Landschaft, dem ausgebauten Radwegenetz und den überregionalen Radwegen.

Stadt Brandenburg an der Havel

In Brandenburg an der Havel wurden seit etwa 1882 Fahrräder montiert. Anfangs noch aus importierten Einzelteilen und Baugruppen waren es bald ein Dutzend Betriebe, die Fahrräder selbst herstellten. Kleinere Unternehmen waren die Firmen Kondor, Brandenburgia, Alexander, Recordia, Roland und Reichert.

Marktführer waren die Firmen Excelsior, Corona und Brennabor. Die Firma Corona baute von 1891 bis 1926 etwa 600.000 bis 700.000 Fahrräder, während bei Excelsior zwischen 1896 und 1926 etwa 1,25 Millionen Fahrräder entstanden. Größtes Unternehmen war die Firma Brennabor der Gebrüder Reichstein. Das Unternehmen baute anfangs noch Hochräder aus importierten Teilen, stieg aber schnell auf die Eigenproduktion von Teilen und ganzen Fahrrädern um. Schon frühzeitig hatten die Gebrüder Reichstein erkannt, dass die Zukunft nicht den Hochrädern, sondern den Niederrädern gehören würde. Diese waren leichter zu fahren und auch das Auf- und Absteigen war unproblematisch. Niederräder konnten auch von Frauen, die zu dieser Zeit nur Röcke und Kleider trugen, gefahren werden. So gehörte das Brandenburger Werk zu den Vorreitern der Montage von Niederrädern in Deutschland. Darüber hinaus wurden in den Brandenburger Unternehmen konstruktive Details der Fahrräder weiterentwickelt, so dass man zurecht behaupten kann, Brandenburg ist eine Heimat der Fahrräder in Deutschland gewesen. Zwischen 1882 und 1944 wurden in den Brennabor-Werken mindestens 2,4 Millionen Fahrräder gebaut. Andere Zahlen weisen auf fast 3 Millionen Fahrräder hin, die im Werk montiert wurden. Insgesamt wurden in Brandenburg bis zum 2. Weltkrieg fünf bis sechs Millionen Fahrräder gebaut, in Spitzenjahren fast 400.000. Die Traditionen des Fahrradbaues in der Stadt werden im Industriemuseum in der Brennabor-Ausstellung anschaulich präsentiert.

Heute gehören Fahrräder zur Ausstattung eines jeden Haushalts und sind als Sportund Freizeitgefährt nicht mehr wegzudenken. Die Stadt Brandenburg an der Havel hat einen stetig wachsenden Zuspruch von Radtouristen zu verzeichnen. Die naturnahe Umgebung und die Lage an überregionalen Radwegen, wie z.B. Tour Brandenburg (1.111 Kilometer), Havel-Radweg (340 Kilometer), Radtour Otto-Lilienthal (259 Kilometer) sowie mehrere regionale Routen, wie die Sieben-Seen-Tour, der Storchenradweg, der Beetzsee-Havel-Radweg und die Radtour Historische Stadtkerne – insgesamt 115 Kilometer ausgeschilderte Radwege - laden zum entspannten Fahren ein.


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