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Entdecker und Erfinder

Entdecker und Erfinder

Land Brandenburg

Die Mark Brandenburg ist nicht reich gesegnet an Naturschätzen, an guten ertragreichen Böden oder an großer Bevölkerungszahl. Vielleicht war es gerade das, was die Menschen in der Mark zu besonderen Leistungen anspornte. Not und Entbehrungen machen bekanntlich erfinderisch, und so stammten nicht wenige Erfindungen und Entdeckungen aus der Mark. Franz Carl Achard erfand 1802 den Rübenzucker, der sich als preiswertes Produkt europaweit durchsetzte. Aus Brandenburg  stammen auch das rubinfarbene Glas, die Litfaßsäule, die elektrische Straßenbahn, das künstliche Licht, das Faxgerät, der Perlonstrumpf, die erste Antenne für drahtlose Telegrafie, das Flugzeug, der Film, Reißzwecke, Thermosflasche, Postkarte, die Tütensuppe, bewegliche Beinprothesen und der Ringofen zum Brennen von Ziegelsteinen.

Stadt Brandenburg an der Havel

Einer der ersten Wissenschaftler, die in Brandenburg geboren wurden, war der Botaniker und Naturkundler Christian Konrad Sprengel (1750–1816). Er entdeckte die Bestäubung der Pflanzen durch Insekten und war damit seiner Zeit weit voraus. Sein Geburtshaus, die alte Lateinschule in der Altstadt, erinnert an ihn.

Brandenburg bot mit seiner Entwicklung als Industriestadt gute Bedingungen für Tüftler und Erfinder. Einer dieser kreativen Köpfe war Carl Paul Goerz (1854–1923), der seine optischen Anstalten in Berlin als Firma von Weltruf betrieb. Ebenfalls aus Brandenburg stammt der Chemiker Fritz Raschig (1863–1928). Er entwickelte die nach ihm benannten Ringe, die in der Verfahrenstechnik eingesetzt werden. Außerdem entdeckte Raschig die Verwendungsmöglichkeiten des Kresols, entwickelte Desinfektionsmittel und erfand Kunstharze, deren Grundstoffe Phenol und Formaldehyd sind. Diese Harze werden u.a. für Billardbälle verwendet. Bedeutend sind die Entwicklung der kontinuierlichen Teer-Destillation und die Entdeckung des Kiton-Verfahrens beim Straßenbau. Beide Verfahren sorgen für einen gut dämpfenden Straßenbelag.

Ein in Brandenburg geborener Erfinder und Unternehmer war Oskar Wiederholz (18771955). Er entwickelte 1903 das Lineol, eine billige Masse mit Zusätzen von Leinöl und Baumharz, die zum Formen von Figuren verwendet wurde. Ein weiterer Vertreter der kreativen Brandenburger ist Ernst Paul Lehmann (1856-1934). Er gründete 1881 sein Unternehmen zur Herstellung von Blechspielzeug in der Stadt Brandenburg. Mehrere Patente begründeten den Weltruf seines Spielzeugs. In Brandenburg erinnert sein Wohnhaus in der Plauer Straße an ihn. Viele seiner Spielzeuge werden in der Spielzeugausstellung des Stadtmuseums gezeigt.

Mit dem Bau von Flugzeugen wurden ab 1914 auch hier mehrere bahnbrechende Konstruktionen erdacht. Bereits 1917 wurde bei den Hansa- und Brandenburgischen Flugzeugwerken das erste U-Boot-Flugzeug der Welt gebaut. In den Arado Flugzeugwerken, die zwanzig Jahre später in Brandenburg tätig waren, entstanden neue Konstruktionen, so ein Raupenfahrwerk für Flugzeuge, der erste einsatzfähige Düsenbomber der Welt, der Sichelflügel und der Hochauftriebsflügel. In Brandenburg wurde auch der erste Kampfzonentransporter und das erste vierstrahlige Flugzeug der Welt konstruiert.

Fritz Rudolf Güntsch (1925–2012), ein bekannter deutscher Computer-Pionier und Erfinder des virtuellen Speichers, lebte von 1992 bis 2012 in der Stadt.


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