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Eisen und Stahl

Eisen und Stahl

Land Brandenburg

Seit mehr als 1.000 Jahren wird Eisen in der Region hergestellt. Grundstoff dafür war das Raseneisenerz, das in großen Mengen unter den feuchten Wiesen der Havelniederungen zu finden war. Der Rohstoff wurde ausgegraben und in einfachen Rennöfen verhüttet. Mit dem Aufstieg von Wirtschaft und Industrie ab dem 17. Jahrhundert entstand in der Mark eine größere Zahl metallverarbeitender Betriebe. Einer der ersten war der Eisenhammer in Finow, der im 17. Jahrhundert gegründet wurde. Im 19. Jahrhundert entstanden in Eberswalde Eisengießereien. Die Ansiedlung von metallverarbeitenden Unternehmen im brandenburgischen Umland von Berlin führte 1912 auch zur Gründung eines Stahlwerks in Brandenburg an der Havel. Der Industriezweig blieb weiter für die Region prägend. Nach 1945 bestanden große Stahlwerke in Brandenburg und Hennigsdorf, ein großes Eisenhüttenwerk wurde 1950 in Eisenhüttenstadt errichtet. Auch heute sind noch alle Unternehmen in Betrieb.

Stadt Brandenburg an der Havel

Bei dem Vorwerk Schmöllen wurden Reste von mittelalterlicher Eisenherstellung gefunden. Die Eisenschlacke deutet auf die Verwendung von Rennöfen hin.

Die erste moderne Verarbeitungsanlage für Stahl wurde 1912 durch Rudolf Weber am neuerbauten Silo-Kanal errichtet. 1914 wurde der erste Stahl geschmolzen, wobei vor allem Schrott aus dem Berliner Raum verarbeitet wurde. Die Jahreskapazität lag bei 150.000 Tonnen. Nach Besitzerwechseln 1917 und 1926 wurde das Werk, das nun zum Flick-Konzern gehörte, deutlich erweitert. Die Jahresproduktion stieg auf über 500.000 Tonnen. Das Werk, das den 2. Weltkrieg nahezu unzerstört überstanden hatte, wurde bis 1947 als Reparationsleistung für die Sowjetunion vollständig demontiert.

1949 wurde beschlossen, an der alten Stelle ein neues Stahlwerk zu errichten. Dieses 1950 eingeweihte Werk arbeitete nach dem Siemens-Martin-Verfahren. Bis 1990 war das Stahl- und Walzwerk Brandenburg (SWB) das größte Stahlwerk der DDR und auch der größte Betrieb in der Stadt Brandenburg. Jährlich wurden bis zu 2,3 Millionen Tonnen Stahl geschmolzen und im Walzwerk Kirchmöser weiterverarbeitet. Mehr als 9.000 Beschäftigte arbeiteten im Unternehmen, das 1/3 des gesamten Stahls der DDR produzierte. 1980 wurde ein modernes Elektrostahlwerk errichtet. Dieses hatte eine Jahreskapazität von 700.000 Tonnen Stahl. Nach der Wiedervereinigung war der in Brandenburg hergestellte Industriestahl nicht mehr konkurrenzfähig. Im Dezember 1993 wurde das Stahlwerk deshalb geschlossen, das Elektrostahlwerk aber vom italienischen Riva-Konzern übernommen. Hier werden gegenwärtig von etwa 1.000 Beschäftigte zwei Millionen Tonnen Stahl im Jahr produziert.

Die Tradition der Stahlherstellung wird im Industriemuseum in der alten Stahlwerkshalle eindrucksvoll gezeigt. Anhand von originalen Relikten wird die Geschichte der Stahlherstellung in der Stadt anschaulich.


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