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Brücken

Land Brandenburg

Das Land Brandenburg ist von hunderten Flüssen, Bächen und Gräben durchzogen. Entsprechend hoch ist die Zahl notwendiger Flussübergänge. Seit altersher ist es für den Menschen notwendig, Gewässer zu überwinden. Dieses geschah in Zeiten geringer Verkehrsbewegungen vor allem an Furten, an den flachen Stellen in den Flüssen. Mit dem Aufblühen der Wirtschaft und dem verstärkten Warenverkehr entwickelte sich die Schifffahrt seit dem Mittelalter sprunghaft. Die Flüsse mussten für den reibungslosen Schiffsverkehr vertieft werden. Es verschwanden die Furten, und Brücken wurden errichtet.

Mit der Industrialisierung, dem Aufkommen der Eisenbahn und des Autoverkehrs nahm der Bedarf an Flussübergängen nach 1840 stark zu. Den Konflikt zwischen Schifffahrt und Straßenverkehr vermittelte man ab dem 19. Jahrhundert durch den Bau von Klappbrücken. In Berlin und Brandenburg gab es eine größere Zahl von Klappbrücken. Diesen verdanken wir auch die Redewendung „Es hat geklappt!“, wenn ein Vorhaben gelungen ist.

Die Schulkinder im 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts mussten oft auf dem täglichen Weg von der Wohnung zur Schule solch eine Brücke überqueren. Oft achteten die Kinder nicht auf die Zeit und kamen zu spät zur Schule, was immer Prügel zur Folge hatte. Um dieser zu entgehen, schoben die Kinder das Zuspätkommen auf die Klappbrücken, die der Schifffahrt wegen geöffnet gewesen wären. Die Klappbrücken waren so „höhere Gewalt“ und kein Grund, die Kinder zu bestrafen. Sprachen nun die Kinder nach der Schule darüber, ob das Zuspätkommen Prügel zur Folge gehabt hatte, so konnten sie auf die Brücken verweisen. „Es hatte geklappt“, man war ohne Prügel davongekommen.

Stadt Brandenburg an der Havel

Die Havel und ihre Nebenflüsse bestimmen seit Jahrtausenden das Leben in der Stadt Brandenburg. Bereits im 10. Jahrhundert wurde an der Stelle der heutigen Jahrtausendbrücke die erste Brücke errichtet, ebenso wohl auch am heutigen Mühlerndamm. Im 13. und 14. Jahrhundert wurden weitere Brücken gebaut, so die Homeyenbrücke (vor 1206), die Plauer Brücke, die Steintorbrücke und die St. Annenbrücke. Bereits 1880 hatte die Stadt 58 Brücken zu unterhalten. Weitere neun Brücken mussten Staat und Eisenbahn instand halten.

Die Industrialisierung, der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und das Wachstum der Bevölkerung führten nach 1890 zu weiteren Brückenbauten in der Stadt. In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges wurden 39 Brücken durch die Wehrmacht gesprengt, so viele, wie in keiner anderen brandenburgischen Stadt. Nach dem 2. Weltkrieg begann der Wiederaufbau der wichtigsten Brücken. Der erste im Land wieder hergestellte Flussübergang war 1945 die Luckenberger Brücke. In den Folgejahren wurden weitere Brücken erneuert oder wegen der Anlage neuer Straßen völlig neu errichtet. Nach 1990 erfolgten mehrere Brückenneubauten, um die Verkehrsinfrastruktur deutlich zu verbessern. Dabei sind die Brücken der Stadt nicht nur Zweckbauten sondern auch Ausdruck architektonischer Leistung. So errang die neu errichtete Luckenberger Brücke im Jahre 2001 den Landesbaupreis. Die letzte Brücke, die 2014 neu errichtet wurde, diente dem Besucherverkehr der BUGA-Gäste. Der Havel-Radweg überquert den Stadtkanal.

Ein besonderes Beispiel der Brückenbautechnik ist die 1904 errichtete Plauer Brücke. Die Stahlfachwerkbrücke überspannt die Havel. Noch bis 2002 war die Brücke in Nutzung und wurde dann wegen Baumängeln durch einen neuen Übergang nördlich der alten Brücke ersetzt. Heute besitzt die Stadt Brandenburg mehr als 80 Brücken, so viele, wie keine andere brandenburgische Stadt.


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