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Bildende Kunst

Bildende Kunst

Land Brandenburg

Die bildende Kunst manifestierte sich seit dem Mittelalter vor allem in religiösen Darstellungen. Altäre, Taufsteine, Kirchenfenster, Grabsteine oder Epitaphe. Mit der Festigung der Zentralmacht strebten auch die Landesherren ab dem 15. Jahrhundert nach künstlerischer Gestaltung ihrer Höfe und Residenzen. So wurden vor allem Berlin und Potsdam mit ihren Schlössern bis zum 18./19. Jahrhundert zu einem Zentrum der Präsentation von Kunstwerken. Mit dem aufstrebenden Bürgertum gewann auch hier ab dem Ende des 18. Jahrhunderts ein verstärktes Bedürfnis nach künstlerischer Gestaltung von Wohngebäuden und später auch von Städten an Bedeutung. Seit dieser Zeit hat auch die darstellende Kunst im Stadtraum einen festen Platz.

Stadt Brandenburg an der Havel

Die Stadt Brandenburg an der Havel weist aus der Zeit des Hoch- und Spätmittelalters verschiedene sakrale Kunstwerke von nationalem Rang auf. Dazu zählen die um 1330 entstandenen Chorscheitelfenster in der Paulikirche, Grabsteine im Dom, u.a. für den Bischof Stephan Bodecker (+ 1459) oder der „Einhornteppich“, ein Altartuch aus der Zeit um 1470 in der Gotthardtkirche. Besondere Beachtung finden die große Zahl und die herausragende Qualität mittelalterlicher Altarretabeln. So der Böhmische und der Lehniner Altar im Dom, der Hauptaltar und Hedwigsaltar in der St. Katharinenkirche und der Hauptaltar in der St. Gotthardtkirche. Bedeutende Wandmalereizyklen des 15. Jahrhunderts finden sich in St. Katharinen, in der Südvorhalle, in der „Bunten Kapelle“ des Domes sowie in der Bibliothek im Obergeschoss des Dom-Nordkreuzganges.

Der bürgerlichen Kunst sind die um 1630 in Italien von dem Bildhauer Bernini gefertigten Brunnenfiguren Galathea und die Tritonen zuzurechnen. Diese Figuren gelangten 1923 nach Brandenburg und sind heute am Dom zu besichtigen.

Mit der Gründung der Zeichenschule durch den Brandenburger Bildhauer August Julius Wredow (1804-1891) begann im Jahre 1883 ein künstlerisches Schaffen, das sich weit über die Stadt erstreckte. Wredow war nicht nur ein europaweit tätiger Bildhauer, sondern auch Sammler von europäischer Kunst des 15. bis 18. Jahrhunderts. Während bedeutende Teile der Sammlung heute vom Museum im Frey-Haus verwahrt werden, ist die Wredowsche Zeichenschule ab 1990 wieder in dem 1878 errichteten Schulgebäude aktiv.

Neben Wredow hat die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert weitere Künstler von nationalem und internationalem Rang hervorgebracht. Zu diesen zählen der Maler, Illustrator und Karikaturist Theodor Hosemann (1807–1875), der Maler Ferdinand Kiesling (1810–1882), der Maler und Bildhauer Gustav Metz (1816–1853), der Karikaturist, Comiczeichner und Illustrator Hans Kossatz (1901–1985), der Maler des Expressionismus und Kubismus Arnold Topp (1887–1945), der Grafiker und Plastiker Paul Scheurich (1883–1945), der in der Stadt gewirkt hat und hier gestorben ist. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Porzellanplastiker des 20. Jahrhunderts, der in den zwanziger und dreißiger Jahren u.a. repräsentative Innendekorationen und 1929 die deutsche Banknoten-Serie entworfen hat. Ebenfalls bekannt ist der Bildhauer und Porzellankünstler Albert Caasmann (1886-1968), der in Brandenburg ab 1919 als leitender Modellierer bei der Spielzeugfabrik Oskar Wiederholz tätig war.

Mehr als 50 der ab 1900 im Stadtraum aufgestellten Plastiken, teils von national bekannten Künstlern, belegen den Kunstsinn der Bürgerschaft. Der 1925 von Carl Lühnsdorf geschaffene „Anglerbrunnen“ ist ein bekanntes und bei Besuchern beliebtes Motiv. Neben der Wredowschen Zeichenschule sind die Kinderkunstgalerie „Sonnensegel“ und die Kunsthalle Brennabor landesweit wichtige Orte zeitgenössischer Kunst in der Stadt.


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